Tragen

Wandern mit Baby

Anfang Mai habe ich es gewagt – ein 3-tägiger Wanderurlaub mit meinem Baby. Klar, dass in der Sächsischen Schweiz kein Kinderwagen dabei sein konnte (wir haben sowieso keinen), sondern das Kind stets in der Tragehilfe die Aussicht genießen durfte.

Es waren tolle Tage. Die Schrammsteine erklommen wir gemeinsam, es ging viel bergauf und bergab, Stufen über Stufen hinauf und hinunter und am Ende taten mir dann doch die Knie weh – aber es hat sich gelohnt. Ich hätte nie gedacht, dass Mini und ich so lange durchhalten.

Aber nun zum Thema Tragen:

Für den Urlaub entschied ich mich, eine Tragehilfe zu nutzen und keines meiner geliebten Tücher. Ich dachte, auf dem Felsen und im Dreck möchte ich vielleicht möglichst wenig Stoff herumhängen haben. Auch die Überlegung, dass meine Miturlauberin (die so freundlich war das meiste Gepäck zu tragen) notfalls das Baby tragen könnte, sollte ich aus irgend einem Grund nicht mehr können, spielte eine Rolle.
Eine Kraxe kam für mich nicht in Frage. Zum einen haben wir keine und extra solch ein Teil anschaffen wollte ich nicht. Außerdem ging es sehr gut ohne. Zusätzlich zur Trage hatte ich stets meine Onbag dabei – das ist eine Tasche, die mittels langer Bänder noch unter dem Tragling auf den Rücken gebunden werden kann. Darin verschwanden Wickelzeug und Notverpflegung sowie Wechselsachen. So ein bisschen Schwitzen sollte man schon einplanen 😉

Klar musste Mini die meiste Zeit auf meinem Rücken verbringen. Für das Tragen vor dem Bauch waren mir die knapp 9 kg zu viel. Außerdem ist es gerade in der Sächsischen Schweiz unerlässlich den Weg gut zu sehen. Ich vermied damit unnötiges Stolpern oder gar einen Sturz. Die Treppen und Stiegen zu den Schrammsteinen hätte ich mit Baby vorn auch niemals gewagt. Auch so gab es ein paar wenige Stellen, an denen ich mich nur extrem langsam vortasten wollte. Doch geschafft haben wir es und unsere Sicherheit war zu keiner Zeit gefährdet.

Meine Urlaubsbegleitung war unsere JoNo MeiTai (eigentlich ein Halfbuckle). Ich finde diese Trage sehr bequem, sowohl vorn als auch hinten. Die Kopfstütze erwies sich bei schlafendem Kind als sehr nützlich. Unser Design mit grau und schwarz ist auch nicht zu schmutzanfällig, auch wenn die Trage nun trotzdem in die Wäsche muss. Aber auch das ist ja kein Problem. Natürlich waren als Backup noch andere Tragen im Gepäck, aber genutzt habe ich letztlich nur die JoNo.

Mini war wirklich tapfer und hielt viele Stunden in der Trage durch. Ich habe einen guten Zeitpunkt für den Urlaub gewählt. Noch wollte das Baby nicht zuviel selbst unterwegs sein, Krabbeln wurde gerade erst erlernt. Und die Schlafphasen waren auch tagsüber noch recht lang, sodass mein Kind sich nicht zu lange und oft wach langweilen musste.

Ich gebe zu, dass wir beim Wandern Wegwerfwindeln nutzten. Ich wollte keine schweren Stoffwindeln mitnehmen. Es erwies sich jedoch, dass wir kaum Windeln brauchten, da Baby in den Pausen einfach abgehalten wurde und dadurch wenig in die Windel ging.

Fazit: Ich empfehle jedem, der Lust hat wandern zu gehen, das auch zu tun. Ein Baby ist dabei kein Hindernis. Natürlich sollte verantwortungsvoll gewandert werden. Klettersteige sind vielleicht nicht die beste Wahl, gutes Schuhwerk für den sicheren Tritt ist unerlässlich. Außerdem empfehle ich, jemanden mitzunehmen, der das meiste Gepäck bewätigt. Gerade Getränke sind schon ganz schön schwer – zumindest so lange die Flaschen noch voll sind. Wetterfeste Kleisung für Träger und Tragling und vor allem angepasste Kleidung sind wichtig. Mir war ja nach ein paar Metern warm, aber das Kind auf meinem Rücken bewegte sich weitaus weniger. Gerade Beine und Füße mussten daher gut warm gehalten werden. Im Sommer gilt natürlich, dass es eher dünne Sachen sein sollten. Auch auf einen genügenden Sonnenschutz müsst ihr unbedingt achten. Gerade bei Wegen außerhalb des Waldes kann das Baby sonst leicht einen Sonnenbrand bekommen. Die zarte Kinderhaut ist viel dünner als unsere, sodass wenige Minuten direkter Sonneneinstrahlung schon gefährlich werden können. Ich hatte daher einen Sonnenschirm dabei und natürlich hatte Mini stets eine Mütze auf.
Eine gute Trage oder ein sicher gebundenes Tuch sind auf jeden Fall wichtig. Lasst euch im Zweifel beraten, testet vorher ausgiebig auf Bequemlichkeit und sichert die Handgriffe zum Anlegen und Lösen von Trage oder Tuch. Wenn ihr das alles könnt – auf geht’s!